IT in der Corona-Pandemie

Homeoffice – Mobiles Arbeiten – Infektionsschutzgesetz aus der Sicht eines IT Administrators

Früher vor dem Ausbruch von Covid-19 (Corona) auch in Europa haben die meisten noch nicht daheim gearbeitet. Was schon öfters nicht so ganz ungewöhnlich in anderen Ländern war, war in Deutschland eher selten. Außendienstler, Vertreiber, Manager haben auch schon mal flexible von daheim oder von unterwegs mit Laptop gearbeitet. Alle anderen haben in den Firmen-Standorten gearbeitet.

Jetzt haben wir das Virus überall, die Gefahr sich anzustecken und müssen Abstände vergrößern, es können/dürfen sich nicht mehr so viele Menschen in Räumen gemeinsam aufhalten, wenn es dadurch zu eng wird. Blabla, da muß ich nicht tiefer einsteigen. Alles verändert!

Und die IT? Nun, die Server können meistens auch remote administriert werden, da sitzt selten ein Admin im Serverraum direkt an der Konsole am Serverrack und friert sich den Hintern ab. Da ist es egal ob im Büro oder daheim, Hauptsache Netzwerkverbindung zum Firmennetzwerk und dann weiter zum Server der Wahl ist möglich.

Ok, also daheim gucken, hab ich genug Platz, vernünftig sitzen, Platz für ein oder zwei Monitore, Laptop, stabiles WLAN – check! Läuft!

Was geht nicht daheim? Laptops und MiniPCs vorbereiten, so das Mitarbeitende diese mit heim nehmen können, um so nicht gezwungen zu sein private Geräte zu verwenden. Laptops, MiniPCs, Monitore, WebCam, HeadSet, neue Software wie GotoMeeting, VPN, SoftPhone auf den Firmengeräte installieren und jedem erklären wie das alles daheim angeschlossen, verkabelt und eingerichtet und genutzt werden muß, damit jeder auch von daheim arbeiten kann.

Das war dann DIE Aufgabe auch von uns Administratoren und Senior-Admins, Umsetzung das so viele wie möglich von daheim im Mobilen Arbeiten – später auch im festen Homeoffice – arbeiten konnten.

Handwerklich alles umsetzbar – für Arbeitgeber ist es u.U. eine gewisse finanzielle Herausforderung mal eben schnell WebCams, Headsets und Laptops/MiniPCs anzuschaffen und sie mit heim geben zu können, gerade wenn die bisherigen ältere ThinClients nicht geeignet waren um sie daheim einzusetzen.

Ich sehe es persönlich als ein gegenseitiges Entgegenkommen, beide Seiten haben was davon, wenn die Mitarbeiter zwischenzeitlich und temporär für eine Weile private Geräte und Möbel nutzen, bis dann der Arbeitgeber die Zeit dadurch nutzen konnte nachzurüsten und sich auf diese neue Situation umzustellen. Am Ende aber darf es nicht alles zu Lasten des Mitarbeitenden belassen werden. Denn Corona ist nicht morgen wieder weg und erfolgreich bekämpft, das wird uns noch lange begleiten – also daheim im Mobilen Arbeiten / Homeoffice zu arbeiten wird uns größtenteils bleiben.

Wo liegt da DER Unterschied? Wo ist es warum für den Mitarbeitenden nicht gut alles privat aufzufangen?

Der Arbeitgeber schafft IT an. Dazu auch Service/Supportverträge. Fällt ein Teil aus, wird zeitnahe für Ersatz gesorgt, repariert etc. Die Geräte sind teilweise auch Business-Geräte und so hochwertiger als die Consumer-IT-Geräte von Lidl/Aldi. Ausfälle im Standort gehen dann immer zu Lasten der Firma, liegen in der Verantwortung der Firma. Private Geräte daheim sind keine Arbeitsmittel, sondern private Gegenstände und Geräte. Damit wird gezockt, auf der Couch mal was getan, aber idR. nicht 8 bis 10 Stunden, 5 Tage die Woche mit gearbeitet. Business-Qualität-Geräte wie neuste MacBooks oder Business-Line HP oder Lenovo sind teuer, nicht jeder hat das Kleingeld sich solche Gerate privat zu kaufen. Firmen haben das Geld und haben auch ein Interesse daran, dass ihre Mitarbeitende gute Geräte haben, die auch leistungsfähig sind. Computerleistung kostet! Qualität kostet! Diese Kosten auf die Privatmenschen übertragen? Hier kann nun die Corona-Angst ausgenutzt werden und die Arbeitsmittel- und Betriebskosten auf die Mitarbeitenden in den privaten Bereich übertragen.

Aber ist das so wirklich gut, wird das nie bemerkt, wenn das auch noch semi-freiwillig zur Verpflichtung gemacht wird, dass wenn private Geräte zu Arbeitsmittel umfunktioniert werden, der Mitarbeitende privat dafür Sorge tragen muß, dass Störungen dieser privaten Geräte behoben werden und dadurch liegengebliebene Arbeit nachgeholt werden muß?

Nun sind die zwei Jahre Mobiles Arbeiten und Homeoffice bald zusammen. Auch die Mehrkosten an Strom, Wasser, Kaffee, Wärme, Klopapier, Sanitär trägt der Mitarbeitende privat und darf auch wieder zum 2. Mal die Nachberechnung und Nachzahlung leisten. Und was im Standort des Arbeitgebers weniger verbraucht wird, was ist damit?

Ich lasse das einfach mal als Frage im Raum stehen! Einfach mal darüber in Ruhe nachdenken!

Und ja, klar kommen Argumente: Du hast daheim ja mehr zeitliche Flexibilität und mehr Ruhe oder kannst dich parallel noch um Kind(er) und oder Haustiere kümmern, kannst zwischendurch mal die Waschmaschine und Geschirrspüler beschicken und aktivieren, bist weniger im Stress die Kids zur Kita/Schule zu bringen, sparst dir die Arbeitswegzeit…. Aber was früher ein Ritual war, vielleicht so nicht wahrgenommen, in die Firma zu fahren und da nicht privat zu sein, sondern auf dem Weg zur Arbeit in diese Rolle zu schlüpfen, Manager zu sein und nicht Papi, z.B. Heute zu Corona-Zeiten verschwimmen die Grenzen und die Abgrenzung fällt zunehmend schwerer. Einige sehnen sich wieder danach im Standort zu arbeiten – einige sind auch zurück gekommen, weil sie daheim vereinsamen oder eben diese nötigen Abgrenzungen zum Privatleben nicht mehr auf die Kette bekamen. Nachvollziehbar! Denn nicht jeder hat ein separates Büro mit allem zum reinen beruflichen Arbeiten!

Einfach mal drüber nachdenken!

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